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"Die Kunst des Streitens!"

  

Zu streiten – ist nicht nur etwas ganz Normales, nein – wir brauchen den Streit sogar!

 

Streit bedeutet zunächst nur, dass wir nicht der gleichen – sondern unterschiedlicher Meinung sind.

 

Und natürlich – jeder von uns hat auf Grund seiner ganz persönlichen Geschichte & Erfahrungen, seiner individuellen Charakterzüge und Bedürfnisse eine ganz einmalige Sicht von der Welt.

 

Die Welt und die Sichtweisen auf diese sind bunt, vielfältig und farbenfroh – Gott sei Dank!

 

Wollen wir nun miteinander leben oder arbeiten und wollen wir ein Ziel erreichen, so müssen wir uns mit unseren Mitmenschen auseinandersetzten: wir müssen Informationen austauschen, zuhören! Wir können unsere Sichtweisen durch neue Perspektiven ergänzen und müssen uns hin und wieder auch selbst hinterfragen.

Wir „streiten“ also um die besten Argumente, Wege und natürlich auch um unsere Interessen.

 

Zu streiten bereichert uns, denn so erfahren wir mehr voneinander! Ein Streit kann uns zum Nachdenken anregen. Indem wir versuchen, uns auf die Position des Anderen einzulassen/sie zu verstehen, üben wir uns in geistiger Beweglichkeit. Auch Emotionen dürfen dabei einmal gezeigt werden. Sich so miteinander auseinander zu setzen, könnte das unter Umständen sogar Freude machen?

Für uns selbst kann es jedenfalls sehr befreiend sein, uns im Streit mitteilen und zeigen zu können! 

 

Was nun aber ist die „Kunst des Streitens“.

1.) Die Kunst des Streitens liegt zum einen darin, diesen mit fairen Mitteln zu führen! 

Mein Gegenüber verdient die Respektierung der gleichen Rechte, die ich für mich selbst in Anspruch nehme. 

Gute Streiter halten sich an Verhaltensregeln und respektieren, dass die Würde eines jeden Menschen eine rote Linie darstellt, die nicht übertreten werden sollte.

 

2.) Die Kunst des Streitens liegt zum anderen in der Frage nach dem Ergebnis!

Das Ergebnis einer produktiven Auseinandersetzung sollte die Einigung sein und nicht der Sieg von einer Partei über die andere. Ein fairer Streit ist kein Krieg! Schon eher ein Wettkampf und ein wichtiges Mittel, um Meinungsverschiedenheiten auszutragen und zu überwinden.

 

3.) Die Kunst des Streitens liegt auch in der Akzeptanz von Meinungsunterschieden! 

Wir müssen gar nicht alle der gleichen Ansicht sein – das wäre gähnend langweilig. Einen Mitmenschen trotz oder wegen einer anderen Meinung zu achten, zeugt vielmehr von Größe und gefährdet nicht unser eigenes Sein.

Über bestehende Differenzen können aber Brücken hin zu gemeinsamen Zielen gebaut werden.

 

Die hässliche Fratze des Streitens zeigt sich erst dann, wenn unfaire Methoden zum Einsatz kommen, wenn manipuliert wird und Verletzlichkeiten anderer Menschen ausgenutzt werden.

Sie zeigt sich dann, wenn unser Gegenüber durch einen Vernichtungsfeldzug besiegt werden soll. Die eigenen Rechte über die eines Anderen zu stellen, ist jedoch einfach nur niederträchtig. 

 

Und das – ist dann keine Kunst mehr!